Werte Hanfaktivisten und Teilnehmende am Hanfwandertag 2016,

warum habt ihr dort überhaupt teilgenommen? Ihr könntet genauso zu einem Arzt gehen und euch Cannabis verschreiben lassen, in die Apotheke gehen, die Pille oder die Tinktur über den Tresen reichen lassen, die Hälfte eures Einkommens in die Kassa der Pharmaindustrie einzahlen, wieder ab nach Hause und chillen.

Ich war dort, wegen einer einzigen Sache. Ich war dort wegen der Legalisierung der ganzen Hanf-Pflanze, auf lateinisch ‚cannabis‘ genannt. Ich war ebenfalls dort, um ein Zeichen zu setzen und gegen die Willkür der Behörden aufzuzeigen, die kurz vor dem Hanfwandertag 130 Patienten in Salzburg in den medizinischen Notstand gebracht haben, weil sie dem CSC Salzburg wieder einen Besuch abstatteten und alle Pflanzen abgeschnitten und mitgenommen haben. Und ich war hier, um mich für die 2. parlamentarische Cannabis-Bürgerinitiative einzusetzen, indem ich im Rahmen von ARGE Canna und dem Hanf-Institut Unterschriften sammelte.

Mit Bedauern musste ich feststellen, dass unsere politische Arbeit und freiwilliger Einsatz für die Legalisierung, die wir seit zwei Jahren intensiv betreiben, vom Österreichischen Hanfverband in den Dreck gezogen wurde.

Ist das ein Normalzustand, dass wir Legalisierer von Legalisierern respektlos behandelt und verjagt werden? Ich finde das auf jeden Fall nicht in Ordnung. Ja, es geht um einen Rohstoff und auch um Geld in dem Bereich, doch ihr müsst wissen: Zuerst kommt der Mensch, dann die Wirtschaft! Dieses Jahr habe ich den Eindruck bekommen, es ist genau umgekehrt.

Liebe Hanflerinnen und Hanfler,

so kann das nicht weiter gehen. Wenn wir eine Legalisierung erreichen wollen, müssen wir zusammenhalten. Es gibt keinen Platz für Konflikte, Hass und Neid in diesem Bereich. Lasst uns die positiven Kräfte bündeln! Engagiert euch in Cannabis Social Clubs, redet mit Ärzten, Juristen, Wissenschaftlern und all jenen, die darauf Einfluss haben können, wie z.B. Politiker. Klärt auf!

Die meisten werden sich jetzt denken: Politiker sind pöhse, Politik ist pöhse und Behörden sind auch pöhse.

Sie sind genauso Menschen, wie wir und haben ebenfalls Bedürfnisse. Sie sind nicht pöhse, nur nicht genug aufgeklärt. Sie wissen wahrscheinlich nicht, dass dadurch neue Steuereinnahmen generiert werden. Sie wissen wahrscheinlich noch weniger, dass ihre Nächsten damit geheilt werden könnten. (Ich persönlich befürworte ein eigenes Hanfgesetz.) Erzählt eure Hanfgeschichten und Erlebnisse, bloggt, veranstaltet Infotische auf Veranstaltungen und Straßen. Ich denke, Kritiker und Gegner bestehen auch auf ihre Heilmittel und Medizin, die einige zum überleben brauchen und würden auch nicht wollen, dass ihre Arznei ihnen verboten wird.

Peace und #hanfheilt

lux perpetua

PS: Übrigens die Anfragen an die Bundespräsidentschaftskandidaten werden noch immer ignoriert und wurden bis dato nicht beantwortet.

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Dezente Wörter, die Wunder bewirken können. Wenn wir die Macht der Sprache richtig zu handhaben wissen, können wir andere überzeugen, ihre Gedanken lenken und sie in Debatten schlagen…

01 WEIL (LOGIK)

Dieses Wort erfüllt jene Bedingung, die Leute glauben lässt, dass eine rationale Erklärung darauf folgt. Was interessant ist, das Argument danach, welches kommt ist irrelevant, obs vernünftig oder absurd ist. Während eines Experiments in einer Kopierschlange haben nur 7% verneint, als sie folgende Frage hörten: „Könnten Sie mich vorlassen, weil ich eine Kopie machen muss?

02 NUR (BAGATELLISIEREN)

Mit Hilfe der Wörter „nur“ oder „kaum“ kann die Wirkung bei der Überbringung der schlechten Nachrichten abgeschwächt werden.

03 NOCH (HOFFNUNG)

Wenn wir das Wort „noch“ in einem Satz positionieren (z.B.: „Ich weiß es noch nicht.“), erwecken wir beim Zuhörer automatisch den Glaube und das Gefühl, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis etwas erreicht wird.

04 STATISTIK (BILDUNG)

Er seine Argumente mit Zahlen oder Statistiken untermalt, hat deutlich größere Chancen, dass die Zuhörer einem glauben. Aber Vorsicht: Gesprächspartner könnten mit zu viel Zahlen nichts anfangen.

05 WIR (GEMEINSAMKEIT)

Dieses Wort beschreibt gemeinsame Werte, es bildet das Gefühl einer Zugehörigkeit und ruft die Zustimmung der zweiten Seite hervor.

06 SCHON (DRINGLICHKEIT)

„Schnell“, „sofort“, „adhoc“ – Wörter, auf die unser Gehirn, fast wie auf Drogen reagiert. Gehirnscans zeigen, dass die alleinige Absicht der Dringlichkeit beim Zuhörer Euphorie verursacht.

07 JETZT (AKTUALITÄT)

„Derzeit“, „derweil“ oder „jetzt“ suggerieren, das Wissen sei aktuell und wir würden die neuesten Informationen besitzen.

08 GENAU (PRÄZISION)

Präzise Informationen schaffen Glaubwürdigkeit. Der Gsprächspartner glaubt, dass er auf ihnen aufbauen kann.

09 VORNAME (PERSÖNLICHE ANNÄHERUNG)

Eines der wenigen Wörter, die so eine große manipulative Funktion aufweisen, ist unser eigener Vorname „Außer der Redewendung „Bitte“ klingt nichts anderes so schön, wie der Klang des Namens des Zuhörers“, meint der Rhetorikexperte Rolf Ruhleder.

10 JA (POSITIVE WAHRNEHMUNG)

Zustimmung weckt automatisch Vertrauen. Dies bildet die Basis, wenn du andere Leute überzeugen willst.

11 GUT (LOB)

Wer Lob bekommt, identifiziert sich öfters mit anderen Aussagen, sogar wenn sie nicht mit den eigenen übereinstimmen.

Originalquelle: Swiat Wiedzy 1/2016

Wie kann ich jemanden zum Aufgeben überzeugen?

Viele hören einfach nicht zu. Aus diesem Grund können sie keine relevanten Informationen herausfiltern, die ihnen zur Überlegenheit dienen könnten.“

Ich verstehe vollkommen“, spricht eine Frau ins Telefon, „Sie haben Recht.“ Der Mann auf dem anderen Ende der Leitung hat eben gedroht die erste Person zu töten, wenn bis zwei Uhr ihm kein Hubscharuber zur Verfügung gestellt wird. Für Kip Rustenberg sind solche Worte Alltag. Sie verhandelt fürs FBI und arbeitet hauptsächlich in Angelegenheiten, die mit Geiseln zu tun haben. Ihre Aufgabe ist es, Personen, die unter immensem Druck stehen zu überzeugen, von ihren Plänen abzukommen. Wie gelingt das jedoch?

Negotiatoren arbeiten für die Polizei oder FBI. Bei solchen Vorfällen halten sie sich immer an drei Grundsätze. Sie gelten übrigens nicht nur in besonderen Fällen, sondern auch in Alltagsgesprächen, wenn es um die Verhandlung des Einkommens beim Vorgesetzten geht.

Grundsatz Nr. 1: Kenne dein BATNA (engl. Best Alternative to a Negociated Agreement, also die beste Alternative für ein Verhandlungsergebnis des Gesprächs)

Bevor sie die EntführerInnen kontaktieren, stellt sich ein Negotiator ein maximales Ziel, in Abhängigkeit der Ausgangssituation, z.B. der Kidnapper und die Geiseln kommen heil aus dieser Sache heraus. Aber was viel wichtiger ist, der Verhandelnde stellt sich sein eigenes BATNA auf, Minimalziel, z.B.: keiner von den Geiseln wird wird getötet oder verletzt. „Wenn jemand einen Dialog ohne diesem Kompass beginnt, dann besetht die Gefahr, dass er seine Orientierung verliert und somit sich vom Gegner überzeugen lässt“, erklärt Chris Voss, Ausbilder von Polizei-Negotiatoren.

Grundsatz Nr. 2: Nutze Emotionen.

Die Anleitung zu so einem Vorgehen nennen Experten „Empathieprovokation“. „Während des Gesprächs vergessen die meisten, dass bei jeder Forderung, jedem Satz oder sogar Wort beim Gesprächspartner der emotionale Zustand sich ändern kann. Nur derjenige, der die Prozesse kennt, kann überzeugen“, erklärt Chris Voss. In der Praxis sieht dies also so aus: „Herr Ricky, bitte bewahren Sie Ruhe (Respekt gegenüber der anderen Person zeigen) Noch ist nichts Schlimmeres passiert. Der Geisel, der Sie unabsichtlich ins Bein geschossen haben (es war nicht beabsichtigt, kein Verschulden), geht es gut, wenn man die gegebenen Umstände in Betracht zieht. Seitdem Vorfall beherrschen Sie prächtig diese Situation – kein anderer wurde verletzt (der Kidnapper ist ein Teil der Lösung und kein Problem). Überlegen wir gemeinsam, wie wir das beenden können, damit wir alle (nicht nur die Geiseln) heil aus der Situation herauskommen.

Grundsatz Nr. 3: Hör zu!

Solange der Entführer sagt, er bringe keinen um“, meint Chris Voss. Die Experten bezeichnen diese Technik, die ebenfalls Kip Rustenberg anwendet „tactical listening“, also taktisches Zuhören.
Eben die Entführerinnen, die sich aufgrund dessen in so einer emotionalen Lage befinden, haben das Bedürfnis zu sprechen. In diesem ganzen Chaos verschafft das ihnen ein Sicherheitsgefühl“, erklärt Voss. Forschungsergebnisse beweisen: Ein Mensch, dem man zuhört, ist eher bereit den Standpunkt von der gegenüberliegenden Seite zu akzeptieren. Dies wird oft vergessen, wenn über die Höhe des Einkommens verhandelt wird. Chris Voss unterstreicht, dass Kip Rustenburg sich an alle drei Grundsätze gehalten hat. Nach mehrtätigen Gesprächen gaben der Kidnapper Ricky Wassenaar und sein Komplize schließlich auf. „Letztendlich haben sie eine Pizza erhalten, dies gefordert hatten, als auch ein paar Kopfschmerztabletten und das Versprechen, dass sie in bei der Familie näherliegenden Gefängnisse überwiesen werden“, erzählt Rustenburg, „Im Gegenzug ließen sie ihre Waffen fallen, übergaben uns ihre Geisel und gaben schließlich auf. Gutes Geschäft.“

Wie kannst du deine Feinde davon überzeugen, dir zu vertrauen?

„Du musst alles über deinen Feind wissen, seine Kultur, seine Herkunft, seine Stärken und seine Schwächen.“

Vor einem Jahr veröffentlichte die Kommission des US-Senats einen Bericht über die Foltermethoden der CIA u.a. auch aus dem Gefängnis in Guantanamo. Die Schlussfolgerung aus den Dokumenten lautet: Keine dieser Methoden hat „Erfolg“ gebracht. Kein einziger Terrorist verriet etwas nach dem Anwenden des Waterboarding oder Schlafentzug. Kein einziger Feind konnte überredet werden sich auf die Seite der USA ziehen zu lassen. Matthew Alexander ist darüber nicht überrascht. Der 53-jährige arbeitete für die Luftwaffe der USA als Verhörspezialist. In seinem Buch „How To Break a Terrorist“ verrät er die besten Strategien, wie mit Hilfe dieser das Vertrauen des Feindes gewonnen werden kann. Foltermethoden gehören eindeutig nicht dazu – dies wusste aber Alexander bereits, bevor der Bericht über die Vorgehen der CIA erschien.

Damit der Feind zu unserem Verbündeten wird – egal, ob beim Verhör, im Büro oder Seminarraum – sollten anhand Alexander folgende Regeln angewandt werden.

Regel Nr.1 – Kenne deinen Feind besser als dich selbst.

Beim Studieren der am meisten wirksamsten Charaktere der Spezialisten stellten Forscher fest: Alle waren intelligent, stur und interessierten sich für die Kultur aus der der Feind hervorkam. Im Falle des Verhörers gilt eine Regel: In dem Moment, wo du den Raum betrittst wirst du zu einer anderen Person. Zu einer Person, mit der der Häftling sich am schnellsten anfreundet.

Regel Nr. 2 – Zeige jedem Respekt, sogar einem Monster.

Was kann ich für dich tun mein Freund?“, fragt Matthew Alexander einen Terroristen aus dem Irak. Die Nachfolgenden Sätze sind Buch nicht verfügbar – den Dialog kann man im Internet nachlesen. Der Häftling erzählt ihm, dass er sich schämt unter der Dusche völlig nackt zu sein, wenn die Wärter anwesend sind. Alexander verspricht ihm, dass er ihn Zukunft die Boxershort anlassen darf. Eine Stunde später gibt ihm der Verhörende Hinweise, wo der gesuchte Terrorist sei. Alexanders Handlungsweise ist immer dieselbe: Gemeinsamkeiten finden, zuhören und Hoffnung geben.

Regel Nr. 3 – Setze deinen Feind niemals unter Druck

Wie aus den CIA-Berichten hervorgeht, im Falle des Waterboarding wird der Widerstand des Verdächtigen maximal nach 60 Sekunden gebrochen – danach beginnt er zu reden. Aber was redet er eigentlich? Die Wahrheit ist, viele der Häftlinge unterschreiben jede mögliche Schuldbekenntnis, vor Angst, eine weitere Woche Schlafentzug zu erleiden, im Kerker zu verweilen oder die nächste Foltereinheit verabreicht zu bekommen. „Dies ist ein Verteidigungsmechanismus gefolterter Personen“, erklärt Alexander, „Sie werden alles machen, um ihre Situation zu verbessern“ Sie beginnen zu reden, um ihr Leben zu retten. Der Spezialist weiß, dass während des Verhörs es besser ist, dem Feind zu erlauben zu vergessen, wer seine Feinde sind, anstatt ihn die ganze Zeit daran zu erinnern.

Wie kann ich im Internet beliebt werden?

„Der Schlüssel zur Überredungskunst im Netz ist jener, indem man eine zielgruppengerechte Sprache und deren Kommunikationskanäle nutzt“

Christopher Hans hat Übergewicht, hat die Schule nicht beendet, hat keine Arbeit und keine Freundin – auf den ersten Blick scheint er, wie die meisten ihn klassisch beschreiben würden, ein Versager. Jedoch ein Klick genügte, damit sich das Leben des 21-jährigen änderte. Im Mai 2015 veröffentlicht er auf seiner Facebook-Seite ein Video. Er berichtet dort über wenig relevante Dinge über sein Alltagsleben, am Ende seines 23 Sekunden Clips fällt ein Mem-Slogan des zukünftigen Social-Media-Stars – „so true“. Der Clip wurde über 20 000 Mal aufgerufen, seine Facebook-Gruppe erreichte über 380 000 Fans. Es folgten die nächsten Aufnahmen: Christpher raucht Zigaretten, freut sich übers Wochenende, mäht den Rasen. Seine Filmchen schauen bereits über 1,5 Millionen User. Aber wie gelang es ihm so viele Fans zu bekommen? Was ist das Geheimnis der digitalen Überredungskunst? Welche Spielregeln sind wichtig,um das Internet für sich zu gewinnen?

Nathalie Nahai, die im Bereich Verhaltenspsychologie im Internet tätig ist, beobachtet schon seit Jahren Techniken, die soziale Medien, wie Facebook oder Instagram, anwenden, um Beliebtheit zu erlangen. Sie ist davon überzeugt: nur diejenigen, die – bewwusst oder unbewusst – die Regeln der Online-Rhethorik beachten, können Erfolg bringen oder als Kunden gewonnen werden.

Regel Nr. 1 – lerne deine Zielgruppe kennen

Christopher Hans greift Alltagsthemen auf und spricht somit seine Altersgruppe an, er redet wie ein Kumpel, indem er Slogans verwendet, er pflegt seine Wiedererkennungsmerkmale – also wiederholt er oft seinen Spruch „so true“ „In der Online-Rhethorik spielen meistens Empathie und und das Zusammengehörigkeitsgefühl eine bedeutende Rolle“, erklärt Nathalie Nahai.

Regel Nr. 2 – kommuniziere überzeugend

Laut Nahai ist eines der Kommunikationselemente das Benutzen der Fan- oder Kundensprache – und Hans macht das, indem er im Jugendjargon kommuniziert. Dies bestätigt ebenfalls Thomas Kneiper, Kommunikationsspezialist auf der Universität Passau: „Das Repertoire von Hans reicht von Hashtags bis hin zu kolloquialen Anglizismen.

Regel Nr. 3 – sei authentisch

In den Aufnahmen von Hans sind tatsächlich keine Kulissen zu sehen, er verkleidet sich nicht, er redet immer was ihm gerade so durch den Kopf geht. Das Resultat der Authentizität: „Ich wäre gern so cool, wie du“, schreiben ihm viele seiner Fans in den Kommentaren. Gegenwärtig freut sich der Facebook-Star, doch wird sich jemand noch in einem Jahr an ihn erinnern können? „Dies hängt von ihm ganz alleine ab“, meint der Hamburger Medienforscher Jan-Hinrik Schmidt, „Es kann sein, dass das Publikum sich zu interessieren aufhört – dies wird passieren, wenn er sich die ganze Zeit an dasselbe Schema hält: zuerst sagt er irgendwas, damit er seinen Monolog mit ’so true‘ beendet.“

Abschnitt 2: Wie kannst du die Entscheidungen anderer steuern, ohne dass sie es bemerken?

Mitleid, Sympathie, Angst – Gefühle können ein gewaltiges Werkzeug des Überredens sein“

Als Imelda Marcos den Gerichtssaal in Manhattan betritt, zählt sie zu den meist gehassten Personen auf der ganzen Welt. Die Beweismaterialien belasten die ehemalige philippinische First Lady massiv: 300 000 Dokumente und 95 Zeugen sind die Basis, die Imelda nicht nur Korruption und Vermögensveruntreuung ihr Land bestohlen hat, sondern auch durch kriminelle Machenschaften in den USA 863 Millionen Dollar angeeignet hat. Alles sieht danach aus, dass in ihrem Falle nur die Dauer ihrer Freiheitsstrafe verhandelt werden solle – die Causa nimmt doch eine völlig andere Wende. Nach einem mehrwöchigen Prozess ist Imelda Marcos sauber von ihren Anschuldigungen. Wie ist dies möglich? Wie wurden die Geschworenen von ihrer Unschuld überzeugt, obwohl so viele Beweise dagegen sprachen? Und wer war zu so einer präzisen Manipulation fähig?

Die Wahrheit ist, dass Frau Präsidentin ihren Freispruch nur einer einzigen Person zu verdanken hatte: Dr Gerald Spence, der bekannteste US-Strafverteidiger. Er gilt als einer der Großmeister der Manipulation, ein Genie der Überredungskunst – innerhalb 40 Jahr seines Berufes verlor er keine einzige Causa! Dem pensionierten Gerald Spence gelang es wie keinem anderen die Meinungen der Geschworenen zu beeinflussen. Seine Überredungsarbeit verlief gewöhnlicherweise immer in drei Etappen.

Schritt 1: Verbünde dich mit deinen Feinden.

Wenn Gerry Spence verteidigte, kommunizierte er mit den Geschworenen mit dem Wort „wir“ („Wir sind der Meinung, wir wissen, wer Imelda Marcos ist und was sie gemacht hat …“) Auf diese Weise fühlten Geschworene und Richter, dass alle etwas verbindet und sie gemeinsam eine Entscheidung fällen müssen. Konsequenz: Spence wurde nicht als Feind, sondern als Verbündeter angesehen.verdankt

Schritt 2: Änder die Perpsektive.

Spence erklärte der Geschworenenbank: „Wenn Sie einen unschuldigen Welpen einsperren, Sie zeigen ihm kein bisschen Sympathie und werden ihn sogar mit einem Staberl quälen, wird der Welpe mit Sicherheit eines Tages zubeißen. Dafür wollen Sie ihn bestrafen? Die ersten Opfer im Saal sind immer nur die Angeklagten.“ Mit Hilfe dieser Strategie gab Spence einen Einblick ins Leben seiner Klienten. Dank dem änderte er die Wahrnehmung der Anwesenden im Saal gegenüber dem Angeklagten – sie begannen ihn zu verstehen.

Schritt 3: Vergiss die Fakten.

Das übergeordnete Ziel des Verteidigers in Strafsachen ist, die Geschworenen sollen die menschliche Seite des Angeklagten kennen lernen. Da Entscheidungen vor allem unter Einfluss von Emotionen stattfinden, haben Fakten eine zweitrangige Bedeutung. „Deswegen ist es wichtig dem Angeklagten zu erlauben, wie er sich in der gegebenen Situation fühlte“, spricht Spence. Letztendlich fruchteten diese drei Taktiken des Überredens und machten die Täter zu Opfern. Diese verhalfen auch Imelda Marcos zu ihrem Freispruch.

Gewinne jeden Konflikt,

lenk das Verhalten der Leute,

überzeuge konsequent andere

Verhörspezialisten, Polizeiverhandler und Psychologen verraten ihre Tricks und geben Tipps, wie wir zu Manipulationsexperten werden können…

Dieser Krieg ist unsichtbar. Dennoch hat er tagtäglich Einfluss auf unseren Alltag, wie keine andere Erscheinung. Ob in zahlreichen Gesprächen, Streitereien oder Shitstorms kämpfen wir um unsere Überzeugungen, verteidigen unsere Meinungen und attackieren die Bastionen anderer Sichtweisen. Jeden Tag begeben wir uns unbewusst auf dieses Schlachtfeld. Als Waffe dienen uns Mimik, Körpersprache, unsere Erscheinung und ca. 16 000 täglich ausgesprochene Wörter. Wer mit diesen Waffen bewusst umgehen kann, kann seine Gegner manipulieren oder gar zum Fail bringen. Aber wie können eigene Konkurrenten zu Duckmäusern umfunktioniert werden? Dank welcher Argumente gewinne ich jeden Widerstand? Wie kannst du den Willen deines Feindes brechen? Wie erlange ich Gehorsam? Oder anders gesagt: Wie werde ich zum Meister der Manipulation?

Der Schlüssel zum Erfolg ist Überredungskunst. Mit dieser geheimen Macht der Überzeugung beschäftigt sich heute mittlerweile ein Sonderforschungsbereich. In den nächsten Abschnitten verraten Verhörspezialisten, Börsenmakler, Verhaltenspsychologen, Anwälte als auch Polizeinegotiatoren, welche Strategien die mächtigsten sind. Sie erklären, wann und wie diese Waffen verwendet werden sollen, damit ihre Schlagfertigkeit bis zum Maximum genutzt werden kann. Und wie kann man sie im Alltag anwenden, um mehr Zuneigung anderer Leute für uns zu gewinnen.

Abschnitt 1: Wie kann jemand dazu gebracht werden, damit er gegen seine Vernunft handelt?

Die Alarmsirenen heulen, höchste Alarmstufe Rot – in jedem Fall weiß es das Gehirn von Peppi Hundzinger (Name aus Gründen geändert). Wenn wir die Signale aus dem präfrontalen Cortex übersetzen, würden wir folgendes hören: „Pass auf! Irgendwas stimmt hier ned! Moch des ned!“ Entgegen der Warnungen handelte Peppi so, dass ihn eine große Katastrophe ereilte – innerhalb von zwei Tagen verlor er seine ganzen Ersparnisse. Sein Verschulden beglich er jahrelang. So wie er, endeten viele andere Leute. Verantwortlich dafür ist ein Mensch, der wusste, wie die Warnmechanismen im Kopf der Kunden ausgeschaltet werden können und sie somit verleitet gegen ihre Vernunft zu handeln: Jordan Belfort – der echte Wall-Street-Wolf…

Laut des amerikanischen Gerichts soll Belfort einen Investitionsschaden in Höhe von 200 Millionen Dollar angerichtet haben. Wie? Er verkaufte seinen Kunden Pennystocks, indem er ihnen versprach, dass der Wert der Papiere demnächst um ein vielfaches steigen wird. Er hat dies nur gesagt, damit er die Börse manipuliert: als Ergebnis der vielen billigen Einkäufe schoss der Preis der Aktien in die Höhe – Belfort nutzte dies aus und verkaufte eigene Anteile gewinnbringend. Als Folge stürzte der Kurs wieder ein. Alle Investoren beinahe verloren das, was sie investierten. Wie ist dies aber möglich, dass so viele Personen darauf reingefallen sind?

Die Antwort liegt im Gehirn. Es existieren stärkere Areale als die des präfrontalen Cortex, nämlich die wo die Vernunft drinnen sitzt. Zu denen zählt das Belohnungszentrum: Es überflutet uns mit Glückshormonen, wenn wir zum Beispiel einen Wettbewerb gewinnen. Das Problem liegt darin, dass wir von der Euphorie abhängig werden können. Jordan Belfort nutzte diesen Mechanismus aus. „Ich verkaufe meinen Kunden etwas, was sie positiv stimmen soll“, sagte er. Mit diesem Ziel setzte er zuerst einen Grundstein: er baute Vertrauen auf, in dem er über private und tägliche Probleme mit der Person, die ihm gegenüber saß, redete. Danach sprach er Sätze wie „Sie haben bereits viel verloren, weil Sie noch nicht investiert haben.“ Auf diese Weise injezierte er ihnen einen Motivationsschub. Ganz zum Schluss kam der wichtigste Punkt: das Anknüpfen an die Wünsche und Träume seiner Kunden. Belfort beschrieb in malerischen Bildern, wie die Aktien in Zukunft steigen werden, wie viel Gewinn der Kunde hat und was sie für diese Summe kaufen können. So schaltete der Wall-Street-Wolf die Vernunft aus und überredete seine Opfer etwas zu tun, was nur einer Person Gewinn erbrachte: Jordan Belfort

Originalquelle: Swiat Wiedzy 1/2016

fortsetzung folgt

Als ich die Serie noch mit vier weiteren Teilen fortsetzen wollte, habe ich in der Zwischenzeit eine OpenSourceKodiermatrix entworfen und beschlossen, dass es keinen Sinn mehr macht über diese Themen zu schreiben, denn einen gut bezahlten Job in dem Bereich bekomme ich sowieso nicht. Die Verschlüsselungsmethode nenne ich „Zwischen den Zeilen“. Wer interessiert ist dies weiterzuentwickeln, möge sich bei mir melden.

Wie soll Deutsch als selbstbewusster Teil der Gemeinschaft fungieren?

„Wer fremde Sprache nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“

Johann Wolfgang von Goethe

Auszug aus der Bundesverfassung Österreichs zur Sprachregelung im Staat:

Artikel 8.
(1) Die deutsche Sprache ist, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten bundesgesetzlich eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik.

(2) Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich zu ihrer gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die in den autochthonen Volksgruppen zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Bestand und Erhaltung dieser Volksgruppen sind zu achten, zu sichern und zu fördern.

(3) Die Österreichische Gebärdensprache ist als eigenständige Sprache anerkannt. Das Nähere bestimmen die Gesetze.

 

Wie viele von Ihnen haben schon über Sprache nachgedacht? Wie viele von Ihnen haben schon über Ihre Muttersprache bzw. Gewohnheitssprachen oder Dialekte bewusst nachgedacht? Oje, ich habe es befürchtet. Nun, die Sache ist die, jedes Land hat eine eigene Staatssprache, trotzdem treten immer wieder Gemeinsamkeiten auf. Lassen Sie mich Ihnen ein Bewusstsein für Sprache schaffen. Ein Bewussstsein, welches vom allgemeinen Sprachverständnis bis zum Dialekt reichen wird. Ich erlaube mir jetzt ein paar Fragen in den nächsten Zeilen, die Sie bitte versuchen für sich selbst zu beantworten. Und ja, Sie dürfen recherchieren, sie sollen sogar recherchieren, damit ein benötigtes Vorwissen erlangt wird. Sind Sie bereit? Beginnen wir mit einem Warm-Up!

Sprachen-Quiz:

1. Wenn Sie in Schweden „Öl“ bestellen, dann bringt man Ihnen …

a) Saft b) Benzin c) Bier

2. Wenn Sie einen Griechen etwas fragen und die Antwort ist „ne“, bedeutet dies …

a) Nein b) Ja c) Vielleicht

3. Wenn man Ihnen in Hawaii mit „apopo“ antwortet, bedeutet das …

a) morgen b) Apotheke c) Beeil‘ dich!

4. Wie viele Wörter gibt es in der afrikanischen Shona-Sprache für den Begriff „gehen“?

a) 3 b) ca. 50 c) ca. 200

5. In welcher Sprache gibt es 27 Wörter für „Schnurrbart“?

a) im Albanischen b) im Portugisieschen c) im Ungarischen

6. Wenn ein japanischer Geschäftsmann einem europäischen Partner ein Vertragsangebot macht, und der Partner schweigt, betrachtet der Japaner das Angebot als …

a) abgelehnt b) angenommen c) noch zu diskutieren

7. Wie heißt die einzige germanische Sprache, die außerhalb Europas entstanden ist?

a) Afrikaans b) Deutsch c) Schwedisch

8. In welcher europäischen Sprache gibt es (fast) keine Fremdwörter?

a) im Ungarischen b) im Polnischen c) im Schwedischen

Keine Sorge, ich habe beim ersten Mal auch nicht alles gewusst. Gehen wir weiter zur Sprachgeschichte. Sprachgeschichte? Richtig, Sprachgeschichte. Nach Ihrem erlangten Vorwissen werde ich Ihnen jetzt versuchen näher zu bringen, was uns genau verbindet. Hierzu habe ich ebenfalls ein paar Fragen zum Hauptteil Ihrer Erkenntnis formuliert:

Was Sie über Sprache wissen sollten

1. Wie ist die Sprache entstanden?

2. Welche Theorien werden vermutet?

3. Was ist ein Sprachenbaum?

4. Was war die Ursprache?

5. Zu welcher Familie gehört deine Sprache und wie heißt sie auf Deutsch?

6. Welche germanischen Sprachen werden heute noch gesprochen?

7. Welche Sprachen in Europa kann man keiner Familie zuordnen?

8. Englisch, Schwedisch, Spanisch; warum nicht Deutschländisch?

9. Was sind künstliche Sprachen?

10. Welche berühmtesten künstlichen Sprachen kennst du?

 

Richtig. Wir haben mehr Gemeinsamkeiten mit unseren Nächsten, als du dir wahrscheinlich dies vorstellen konntest und einige vielleicht sogar erwartet haben. Und zum Schluss eine kleine Vertiefung ins Wienerische:

Kounst Wienerisch?

1) Verbinde die wienerischen Ausdrücke mit den dazu passenden Bedeutungen:

1. Bim            a. diesjähriger

2. Feber         b. tschüss

3. heuer         c. Februar

4. Heuriger   d. in diesem Jahr

5. Knödel       e. Grüß dich

6. pfüeti         f. Tüte

7. Rodel         g. Kloß

8. Sackerl      h. Straßenbahn

9. Servus        i. Autobahnvignette

10. Pickerl     j. Schlittten

2) Übersetze ins Hochdeutsch.

I eh a! =
Heast, Oida! =
Schleich di ham! =
Pappnschlossa
=
Giftler =
do fäuts (da fäult es) =
a Eitrige mid an Bugl, an Siassn und an Sechzehna Blech=
leiwand
=
b’soffen wia r a Heisltschick =
hatschn
=
n Holzpyjama auziagn=
Gscherter
=
Deppata =
Küss d’ Hand! =
Tuad ma laaaad! =

3) Welche Sprachen haben Einfluss ins Wienerische genommen?

4) Lies die wienerische Version des Gedichts. Worum geht es und woher kennst du es?

DA GUATSTEHER
von TONI KRUTISCH

Zu Dionis, dem Tyrann von de Griechen,
is dä Mörus mit an Dolch zuwegschlichen.
Oba wira se so zuwedrängt, und ans Stechn no net amol denkt,
da ham eahm scho de Kiewara daglengt.

Da sagt da Tyrann „Hob i di du Strolch,
speib, was hast‘n machen wollen mitn Dolch?“
Mant da Mörus, i bin a ehrlicher Knopf,
und wann ma de Wahrheit a kostat mein Kopf,
aber i sags, und sollt mi da Teufi hoin,
ja du Bücha, i hab di hamdrahn wolln!

Aha, schreit da Tyrann, du biestiges Luada,
i habs ja glei gwußt, du bist a ka Guada!
Aber bei mir du Sandler do hast di vergoglt,
dafür wirst jetzt aufs Kreuz aufegnoglt!

Do winselt da Mörus ganz dasig, „Oh mei!“
„Wia kann ma nur so nachtragend sei.“
Der tut a so , wia wann i eahm wehtau hät,
dabei war i zum Stechn eh fü zu bled.

Wenn du noch immer meinst: „Des kenn‘ i scho’“, dann gebe ich für die Literaten unter euch eine zusätzliche Fleißaufgabe. Bitte lies folgendes Buch: Radek Knapp – Herrn Kukas Empfehlungen. (Mit Teddy-Bär-Effekt arbeitet sichs leichter) Nachdem du das Buch gelesen hast, lies nochmals die Seiten 84-99 (Kapitel 10) und versuche mir die darunter formulierten Fragen zu beantworten:

1. Um wie viele Stellen und welche hat sich Waldemar beworben?

2. Welche Berufe werden näher und wie beschrieben?

3. Welche Bedeutungen könnte der Name „WLACEK“ haben?

4. Würdest du dich auch um solche Berufe bemühen? Warum? Warum nicht?

5. Welchen Status haben diese Berufe in deinem Grätzl/Heimatland?

 

Wer mir die Lösungsversuche mitteilen möchte, möge bitte dies in die Kommentare posten. Danke.

Arbeitsblätter und Lösungen:

Sprachen-Quiz

Was Sie über Sprache wissen sollten…

Was Sie über Sprache wissen sollten – Sprachinfomaterial

Kounst Wienersich?

Herr Kuka – AB mit Lösungen

Text und Didaktisierung: Patryk Kopaczynski

CC BY-SA

Welche Zukunftschancen kann man sich durch Mehrsprachigkeit erhoffen?

Puk, puk – Kto puka? – Pan Kuka.

Was wären erst Einige mit Touristenvisum auf die Empfehlungen des Herrn K. nicht einmal in Versuchung geraten, ihr Abenteuer in einem 5-Sterne-Hotel im Belvedere zu verbringen.

Ende 70er und 80er Jahre, ein Jahr vor meiner Zeit, verkündete ein „Meister der Kommunikation“ im Donaupark wieder mal einen Weltfrieden. Mit Erfolg. 1989 fiel der Eiserne Vorhang. Die böse Diktatur des Hammers und der Sichel ist zu Ende gegangen, alle sollen jetzt sogar flexibel sein, unabhängig – für wen und von wem? Ein Punktesystem, wie innovativ, soll Trainierende benoten und die jeweiligen Gagen bestimmen. „In dieser Branche wird’s schwierig sein, an Job zu finden, de gounz’n Leit stehn auf da Straße. Die Kurse habn’s g’strich’n. Do wern’s nix finden.“ Leider musste ich IT-Works ablehnen.possessivpronomen-kopa

Ich habe keine Papiere, die beweisen, dass ich ein Meister, Magister, Doktor, Professor oder WTF auch ever meines Faches sein könnte. Dafür habe ich Kurs-Papiere, die mir bei der Jobsuche ebenfalls nichts gebracht haben. Ich habe einen Willen, der mich letzten Sommer zu einer Sprachschule gebracht hat, in der ich jetzt geringfügig arbeite. Doch welche Zukunftschancen gibt es wirklich in dieser Branche? Jobs gibt’s mehr als genügend: Übersetzen, Dolmetschen, Untertitel übersetzen, Sprachen Unterrichten, Sprachen entwickeln, in mehreren Sprachen den gleichen Inhalt texten, Sprachen kodieren, Sprachen dekodieren, für die letzteren Zwei ist es schwierig begeisterte Auftraggebende adhoc zu finden. Doch wer braucht’s für seine Bedürfnisse? Wer entlohnt heute schon gerecht für Qualitäten, die nicht messbar sind? Ich, du, er, sie, es, wir, ihr, Sie vielleicht? Fühlen Sie sich jetzt angesprochen? Nicht mal die Banken können mithalten. In meiner über zehn-jährigen Erfahrung als Sprachtrainer habe ich etwas Wesentliches erfahren: Wenn Geld auf Informationen trifft oder umgekehrt, wird die wichtigere Währung akzeptiert. Und Motivation spielt eine der größten Rolle in der Annahme eines Jobs, in dem die Arbeitseinheit unersetzbar wird, sprich ein Mensch einen unikalen Arbeitsplatz annimmt, der nach der Beendigung erst nach Jahrhunderten eventuell fort geführt werden kann. Zurück zu den Realien des Lebens: „Entweder du kounst des, oder du kounst des ned.“ Wenn ich schlecht gelaunt bin und Teilnehmenden ins Gesicht schreie: „FALSCH!“, dann wird diese Person nächstes Mal möglicherweise den nächsten Kurs noch weniger besuchen, nämlich gar nicht. Wenn ich sage, es heißt EINE Freundin und nicht MEINE Freundin, dann hat dies nicht nur eine sprachliche Bereicherung, aber auch eine kulturelle Komponente. Wenn ich dann sage, „Deutsche Sprache, schwere Sprache“, bekomme ich noch immer mehrere Lächeln geerntet, unterbrochen von plötzlich staunenden Gesichtern, wenn ich gleich anschließend mit „Bullshit!“ weiterführe und wie Herr Cejrowski verkünden würde:

„Bitte lernen Sie keine Fremdsprachen! Es ist vollkommen unnötig Fremdsprachen zu lernen. Wozu wollen Sie Fremdsprachen lernen? Das ist doch komplett sinnlos. In jedem Land wird eine andere Sprache gesprochen. Wozu lernen? Wenn der Mensch einmal Englisch lernt und nach China fährt, dann kommt es zu einer absurden Situation…Für beide Seiten ist es eine Fremdsprache. Dann ist es eher besser, wenn sie zu uns auf Chinesisch sprechen, denn Chinesisch ist ihre Nationalsprache, Englisch eine Fremdsprache und wir mit denen Deutsch reden, denn das ist unsere Gewohnheitssprache. Dann übereinstimmt auch der Inhalt des übermittelten Inhalts mit unserer Gestik und unserer Mimik. Wenn Sie jetzt anfangen auf Französisch oder Englisch zu reden – für beide Seiten eine Fremdsprache bzw. Zweitsprache – dann kommuniziert das Gesicht etwas Anderes, als Ihre Lippen. Wir fragen, wo der Bahnhof ist: „Where is -“, Facepalm; die denken, es geht um einen Arzt, der uns von den Kopfschmerzen befreit, oder sowas Ähnliches. Wir haben aber nur das Wort „Bahnhof“ auf Englisch vergessen. „Where is …? – Verdammt, wie war das nochmal?“, geht uns durch den Kopf; wir sehen wie Vollidioten aus – Haben Sie schon versucht einen Bahnhof nonverbal zu beschreiben?Wir sind in Japan und das geht doch nicht einfach mit einer Geste, die den Umriss des Bahnhofs formt. Die haben doch Magnetschwebebahnen und wenn ein Österreicher versucht, einen Bahnhof zu gestikulieren, wird er wahrscheinlich mit seinen Händen die Bewegung einer Dampflok nachmachen und dazu ein paar Zischlaute „Tschutschu tschutschu … Tschutschu tschutschu“ von sich geben. Also, um genauer zu sein, um den Bahnhof zu beschreiben wird er „Where is -?“ fragen und mimisch und händisch die Bewegung und Geräusche der Dampflok „Tschutschu tschutschu … Tschutschu Tschutschu“ nachahmen. Sodala, jetzt überlegen wir, wo er den Herrn hinführen wird, diesen einsamen, delegierten Herrn. Dort kann man Eintrittskarten kaufen, aber … Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist nicht wert Fremdsprachen zu lernen, es sei denn, jemand will emigrieren, möchte länger fern bleiben, z.B. nach Südamerika, wo eine Sprache für die restlichen Pensionsjahre reicht, oder in die USA oder Kanada, wo ebenfalls eine Sprache gesprochen wird – Ansonsten sind alle anderen Sprachen Zeitverschwendung. Vergesst es gleich wieder. Meine Oma hat mich eines gelernt: Wenn eine Person in Ihr Gastland einreist, dann sollte sie sich schämen, sie sollte sich deswegen schämen, weil sie nicht unsere Sprache spricht und nicht, wir sollen uns schämen, dass wir deren Sprache nicht sprechen. Es gibt keinen Grund für unsere nicht deutsch sprechenden Vorgesetzten, ihre Sprache in unserem Land zu lernen.“

So kann man sich vielleicht Zukunftschancen durch Mehrsprachigkeit erhoffen…

Text: Patryk Kopaczynski

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