„Ich weiß, wie ich dich überlisten kann!“ – Getestete Manipulationstechniken (4/5)

Veröffentlicht: Januar 3, 2016 in Übersetzungen, Berichte, Internet, Meinungen, Public

Wie kannst du deine Feinde davon überzeugen, dir zu vertrauen?

„Du musst alles über deinen Feind wissen, seine Kultur, seine Herkunft, seine Stärken und seine Schwächen.“

Vor einem Jahr veröffentlichte die Kommission des US-Senats einen Bericht über die Foltermethoden der CIA u.a. auch aus dem Gefängnis in Guantanamo. Die Schlussfolgerung aus den Dokumenten lautet: Keine dieser Methoden hat „Erfolg“ gebracht. Kein einziger Terrorist verriet etwas nach dem Anwenden des Waterboarding oder Schlafentzug. Kein einziger Feind konnte überredet werden sich auf die Seite der USA ziehen zu lassen. Matthew Alexander ist darüber nicht überrascht. Der 53-jährige arbeitete für die Luftwaffe der USA als Verhörspezialist. In seinem Buch „How To Break a Terrorist“ verrät er die besten Strategien, wie mit Hilfe dieser das Vertrauen des Feindes gewonnen werden kann. Foltermethoden gehören eindeutig nicht dazu – dies wusste aber Alexander bereits, bevor der Bericht über die Vorgehen der CIA erschien.

Damit der Feind zu unserem Verbündeten wird – egal, ob beim Verhör, im Büro oder Seminarraum – sollten anhand Alexander folgende Regeln angewandt werden.

Regel Nr.1 – Kenne deinen Feind besser als dich selbst.

Beim Studieren der am meisten wirksamsten Charaktere der Spezialisten stellten Forscher fest: Alle waren intelligent, stur und interessierten sich für die Kultur aus der der Feind hervorkam. Im Falle des Verhörers gilt eine Regel: In dem Moment, wo du den Raum betrittst wirst du zu einer anderen Person. Zu einer Person, mit der der Häftling sich am schnellsten anfreundet.

Regel Nr. 2 – Zeige jedem Respekt, sogar einem Monster.

Was kann ich für dich tun mein Freund?“, fragt Matthew Alexander einen Terroristen aus dem Irak. Die Nachfolgenden Sätze sind Buch nicht verfügbar – den Dialog kann man im Internet nachlesen. Der Häftling erzählt ihm, dass er sich schämt unter der Dusche völlig nackt zu sein, wenn die Wärter anwesend sind. Alexander verspricht ihm, dass er ihn Zukunft die Boxershort anlassen darf. Eine Stunde später gibt ihm der Verhörende Hinweise, wo der gesuchte Terrorist sei. Alexanders Handlungsweise ist immer dieselbe: Gemeinsamkeiten finden, zuhören und Hoffnung geben.

Regel Nr. 3 – Setze deinen Feind niemals unter Druck

Wie aus den CIA-Berichten hervorgeht, im Falle des Waterboarding wird der Widerstand des Verdächtigen maximal nach 60 Sekunden gebrochen – danach beginnt er zu reden. Aber was redet er eigentlich? Die Wahrheit ist, viele der Häftlinge unterschreiben jede mögliche Schuldbekenntnis, vor Angst, eine weitere Woche Schlafentzug zu erleiden, im Kerker zu verweilen oder die nächste Foltereinheit verabreicht zu bekommen. „Dies ist ein Verteidigungsmechanismus gefolterter Personen“, erklärt Alexander, „Sie werden alles machen, um ihre Situation zu verbessern“ Sie beginnen zu reden, um ihr Leben zu retten. Der Spezialist weiß, dass während des Verhörs es besser ist, dem Feind zu erlauben zu vergessen, wer seine Feinde sind, anstatt ihn die ganze Zeit daran zu erinnern.

Advertisements
Kommentare
  1. Astrid Gruber sagt:

    Naja, nicht gerade Techniken, auf die man stolz sein sollte- Sorry, aber finde das eher schockierend.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s